Ab mit den alten IE6-Zöpfen

Jeder Entwickler der bemüht ist, seine Seiten mittels standardkonformen (X)HTML + CSS zu generieren, stößt früher oder später auf das Problem: Die mangelnde Unterstützung von CSS durch den Internet Explorer 6 und ältere Modelle.
Nachdem das Layout eigentlich schon steht, muss oft eine Anpassung speziell für diese alten IE-Varianten vorgenommen werden. Das kostet Zeit und Nerven. Oft lässt sich das Problem auch nicht einfach durch  das Ergänzen zusätzlicher CSS-Anweisungen beheben, sonder setzt ein erneutes Bearbeiten des (X)HTML-Dokumentes voraus. Als Ergebnis erhält man dann zwar Cross-Browser-fähige Seiten, welche jedoch unter Umständen eine Menge unnötigen Code enthalten.

Obwohl die neue (und weitestgehend CSS2-kompatible) Version des IE, der Internet Explorer 7, nun schon seit Ende 2006 zum kostenlosen (!) Download angeboten und via automatischen Windows-Update an die Nutzer verteilt wird, ist der Internet Explorer 6 immer noch sehr häufig in den Server-Logs zu finden.
Nun kann man den Update-Unwilligen natürlich nicht Faulheit oder Desinteresse vorwerfen, vielmehr sind fehlenden Information und Gewohnheit der Grund für das bisherige Überleben des IE6. Schliesslich sind nicht alle Web-Benutzer Computer-Geeks – für viele ist das kreisrunde blaue „e“ auf dem Desktop „das Internet“.

Ein Blick über den Tellerrand

Wenn ein Benutzer des Acrobat Reader 5 ein PDF-Dokument öffnen möchte, welches mit Acrobat 8 erstellt wurden ist, so erhält er eine Fehlermeldung und wird sich anschliessend bemühen seinen Reader auf den neuesten Stand zu bringen. Dank kostenloser Bereitstellung und Breitband-Internetverbindungen ist das in der Regel eine Sache von wenigen Minuten.
Einen anderen Weg gehen alternative Webbrowser wie etwa der Mozilla Firefox: Beim Start der Software wird geprüft, ob ein Update zur Verfügung steht und dieses ggf. dem Nutzer als Download angeboten.
So wird sichergestellt, dass die verwendete Software immer auf einen annehmbaren aktuellen Stand ist.

Der Internet Explorer 6 und dessen Vorgänger zeigen leider kein solches Verhalten. Der Nutzer erhält also keine Information darüber, dass er mit veralteter Software im Netz unterwegs ist. Durch die Bemühungen der Webentwickler, ihre Seiten auch dem IE6 „mundgerecht“ auszuliefern, entstehen dem Besucher auch keine offensichtlichen Nachteile, die ihn zum Wechsel bewegen könnten.

Support einstellen?

Viele Softwarehersteller stellen Ihren Support für alte Versionen wenige Monate nach dem Erscheinen einer neuen Version ein. Vielleicht sollte man sich dies auch bei der Entwicklung von Websites zu eigen machen. Denn Tatsache ist: Solange alles nach wie vor prima funktioniert, wird kein Nutzer seine Software updaten – in vielen Fällen sind die Berührungsängste hinsichtlich der Benutzung eines Rechners viel zu groß.
Selbstverständlich ist es gegen den Kerngedanken des Internets, bestimmte Nutzergruppen komplett auszuschliessen, eine sachliche Information über die möglichen Folgen durch die Verwendung alter Software halte ich aber für äußerst sinnvoll. Schliesslich ist die Hauptaufgabe des Word Wide Web die Information.

Die Besucher meine Website, welche mit einem IE6 (oder einem anderen veralteten Browser) unterwegs sind, erhalten daher eine freundliche Info-Seite mit Links zur aktuellen Version ihres Browsers, zu alternativer Software und zu weiterführenden Information. Nach einem Hinweis auf mögliche Darstellungsprobleme infolge der Verwendung veralteter Software, gelangen auch diese Nutzer auf meine Startseite.

Weiterführenden Links

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