Geduld gefragt: Datentransfer zum NAS

Langsamer Transfer zum NAS

Wenn’s mal wieder länger dauert. (Screenshot von Forklift beim Transfer von rund 17 GB Daten)

Manche Dinge dauern einfach so lange, dass auch der viel beworbene Verzehr von Karamell-Schoko-Riegeln keine spürbare Entspannung bringt. So etwa der Transfer einer großen Anzahl von Dateien und Ordnern zu meinem kürzlich erworbenen NAS (Network Attached Storage). Ob das nun am NAS (Buffalo Linkstation LS-CHLB6F) selber liegt oder an der Ethernet-Hardware im Mac, oder am Speedport-Router, Kabel, Protokoll – keine Ahnung. Hier nur ein Lösungsvorschlag für Leser mit dem gleichen Problem.

Zunächst einmal vorab: Den NAS mit 1TB Speicher gab es bei Penny für 65 Euro brutto, damit handelt es sich also ausdrücklich NICHT um server-grade Hardware von der man höchste Performance erwarten kann. Falls der Einbruch der Transferrate also tatsächlich am NAS selber liegen sollte (wovon ich nicht überzeugt bin), dann ist es eben so.

Jedenfalls habe ich festgestellt, dass nicht das Volumen der zu übertragenden Daten eine Rolle spielt sondern vielmehr die Anzahl an zu übertragenden Elementen. Es gilt wie so oft die Faustregel: Weniger ist mehr.
Beim Übertragen meiner iPhoto Library mit rund 17 GB Daten in um die 100.000 Ordnern und Dateien, brach die Transferrate zeitweise auf einstellige Kilobyte pro Sekunde ein. Wie der obige Screenshot zeigt, veranschlagte die Software etwas über 10 Tage für die Übermittlung der Daten zum NAS – für meinen Geschmack einen Tick zu lang.

Viel (wirklich viel) schneller geht es, wenn man statt der ca. 100.000 Ordnern und Dateien mit insgesamt 17 GB Daten EINE Datei in der gleichen Größe zum NAS transferiert. Die – zumindest kurzfristige – Lösung des Problems ist also, aus 100.000 Dateien eine einzige zu machen. Zippen wäre hier eine Möglichkeit, die aufgrund der Kompression allerdings ebenfalls recht zeitaufwendig ist. Deutlich schneller geht es auf dem Mac mit einem Disc Image (DMG).

Ein solches Disc Image kann man sich jederzeit mit dem mitgelieferten „Festplattendienstprogramm” erstellen: Festplattendienstprogramm öffnen, in der Symbolleiste „Neues Image” auswählen, gewünschte Größe eingeben (= Gesamtgröße der zu übertragenden Daten, im Beispiel 17 GB), bestätigen.

Disc Image mit dem Festplattendienstprogramm erstellen

Disc Image mit dem Festplattendienstprogramm erstellen

Das Erstellen das Images dauert einen Moment. Anschließend kopiert man alle zu übertragenden Daten in das eben erstellte Disc Image und überträgt anschließend die DMG-Datei auf den NAS. In meinem Szenario klappte diese Übertragung mit der maximalen in meinem LAN möglichen Rate (100 Mbit Ethernet, ca. 10 Megabyte pro Sekunde). Konstant ohne größere Einbrüche.

Klar, das ist natürlich keine Dauerlösung und alles Andere als komfortabel. Aber es ist zumindest eine Möglichkeit für mich, große Datenmengen auf den NAS zu übertragen, ohne tagelang auf den Fortschrittsbalken zu starren. Falls sich unter meinen Lesern jemand befindet, der sich mit IP-Netzwerken besser auskennt als ich: Ich bin dankbar für jeden Tip!

Nachtrag

Die Buffalo Linkstation lässt sich auch als Ziel-Volume für „Time Machine” konfigurieren; Während ich diesen Artikel schreibe führt das Macbook gerade das initiale Backup über WLAN durch – und das kurioser Weise mit einer deutlich höheren Transferrate als beim kabelgebundenen Kopieren der iPhoto Library. So wie scheint, ist also nicht der NAS der Flaschenhals sondern eine Komponente des kabelgebunden Netzwerks.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Also ich habe hier von QNAP das TS-410 herumstehen, in dem ich 2 gespiegelte 2TB-Platten habe (demnächst kommen noch mal 2x3TB mit rein ;-) ).
    TimeMachine über Wlan habe ich getestet und kann dir nur abraten. Das Problem ist, dass es bei WLan durchaus kurzfristig zu ausfällen kommen kann und ich daher regelmäßig das Problem hatte, dass mein Backup-Image defekt war. Dann hieß es wieder, per Kabel anstöpseln, stundenlang reparieren lassen und hoffen, dass alles wieder glatt geht.
    Über Ethernet ist mir das noch nicht passiert.
    Die Geschwindigkeiten kann ich so allerdings nicht bestätigen. In meinem System gab es weder über WLan, noch über das kurzzeitig getestete „D-Lan“ / „Powerline“ noch direkt über Ethernet irgendwelche Geschwindigkeitsprobleme (ausgenommen der sowieso reduzierten Geschwindigkeit in meinem guten, alten 802.11g ;-) )

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