DiskStation als Archiv für alte E-Mails nutzen

DiskStation Pakete

Mit dem Mail-Server auf einer DiskStation lassen sich alte E-Mails komfortabel archivieren.
(Screenshot: DSM 5.2)

So cool IMAP und die damit verbundene, ständige Verfügbarkeit aller Mails auf dem Server auch ist – irgendwann ist selbst der größte Mail-Speicher beim Hoster erschöpft. Und spätestens dann muss man alte Mails vom Server entfernen. Aber wohin mit diesen alten Mails, insbesondere wenn sie geschäftlich veranlagt sind? Wer eine Synology DiskStation besitzt, kann diese mit wenigen Klicks für ein komfortables E-Mail-Archiv nutzen. Daher hier kurz notiert, wie es geht.

1. Pakete installieren

Zunächst werden die im Artikelbild markierten Pakete „Mail Server” und „Mail Station” installiert. Wichtig ist hier vor allem das Paket „Mail Server” – das Paket „Mail Station” stellt hingegen nur ein Webmail-Interface (Roundcube) bereit, welches später kurz benötigt wird.

2. Mail-Server konfigurieren

Mail-Server auf der DiskStation einrichten: SMTP

Mail-Server auf der DiskStation einrichten: SMTP

Nach dem das „Mail Server”-Paket installiert ist, ruft man den entsprechenden Eintrag im Startmenü der DiskStation auf, klickt dann auf „SMTP” und aktiviert dieses dort. Als Kontotyp wird „Lokaler Benutzer” ausgewählt – damit erhalten Nutzer mit DiskStation-Freigaben auch Zugriff auf den SMTP-Server ohne parallel E-Mail-Konten zu pflegen.

Mail-Server auf der DiskStation einrichten: IMAP

Mail-Server auf der DiskStation einrichten: IMAP

Anschließend klickt man auf „IMAP/POP3” und aktiviert dort IMAP sowie IMAP SSL/TLS. Den ollen POP3-Kram brauchen wir hingegen nicht und bleibt daher deaktiviert.

Damit sind auch schon alle Vorkehrungen getroffen, um die DiskStation zum Ablegen von E-Mails zu verwenden.

In Schritt 1 hatte ich geschrieben, dass wir die „Mail Station” – also das Webinterface – später kurz benötigen: Zumindest unter Apple-Mail konnte ich nach dem Einrichten des DiskStation-E-Mail-Kontos nicht sofort einen IMAP-Ordner anlegen. Ich habe daher das Webinterface unter http://[IP-der-Diskstation]/mail/ genutzt um einen ersten Ordner zu erstellen. Hierzu loggt man sich dort mit seinem DiskStation-(Freigaben)-Nutzer ein, klickt unten links auf das Zahnrad und wählt „Ordner verwalten”. Anschließend kann man dort einen ersten Ordner anlegen. In meinem Fall heißt dieser Ordner „MailStorage” und dient als Elternelement für alle weiteren Unterordner (die ich dann in Apple Mail direkt anlegen konnte).

3. Mail-Client einrichten

DiskStation Mail-Account in Apple-Mail

DiskStation Mail-Account in Apple-Mail

Dieser Schritt unterscheidet sich von Mail-Client zu Mail-Client etwas, die Verbindungsdaten sind jedoch immer gleich:

 

E-Mail-Adresse beliebig, @[IP-der-DiskStation]
z.B. noreply@192.168.2.111
Eingangsserver [IP-der-DiskStation]
z.B. 192.168.2.111
Ausgangsserver [IP-der-DiskStation]
z.B. 192.168.2.111
Nutzername Nutzername des DS-Nutzers
Passwort Passwort des DS-Nutzers

Nach dem Abschluss der Einrichtung sollte der zuvor über das Webinterface angelegte Ordner sichtbar sein. Per Rechtsklick können (wieder abhängig vom Mail-Client) dann dort weitere Unterordner erstellt werden. Hat man sich die gewünschte Ordnerstruktur aufgebaut – beispielsweise mit Jahreszahlen – so kann man anschließend E-Mails per Drag&Drop aus seinen regulären IMAP-Postfächern in das neue Postfach auf der DiskStation verschieben. Die gewohnten Features des Mail-Clients, beispielsweise Markierungen und die Suche bleiben dabei vollständig erhalten.

Übrigens: Die E-Mails werden auf der DiskStation im Home-Ordner des Benutzers abgelegt (/homes/[Nutzername]/.Maildir). Dort können Sie dann in die (hoffentlich) regelmäßigen Backups der Station einfließen.

Update, 26.07.2017

Peter war so freundlich, unten in den Kommentaren die Einrichtung des DiskStation-Mail-Accounts unter iOS zu beschreiben. Vielen Dank dafür!

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Vektorkneter,

    vielen herzlichen Dank für das tolle Tutorial. Ich habe schon seit 3 Wochen an meiner DiskStation rumgeschraubt, um genau dieses Szenario zu realisieren, bis vor Kurzem ohne Erfolg.
    Dank deiner tollen Anleitung hat es nun funktioniert. Klasse Arbeit und nochmals herzlichsten Dank!

    Peter
    P.s.: als konstruktiver Vorschlag: Vielleicht würde es dem ein oder anderen Helfen wenn du noch kurz in einem Absatz beschreiben würdest, wie man das IMAP-Konto korrekt in die Mail.app von iOS einbindet. Da habe ich auch erst ein paar Anläufe gebraucht, bis das geklappt hat. Was aber natürlich auch einfach daran liegen kann, dass ich totaler Anfänger bin :-)

    • Hallo Peter,

      danke für Dein Feedback!
      Da meine DiskStation nur im Intranet erreichbar ist, habe ich das Postfach nicht auf iPhone / iPad eingerichtet und kann daher leider nicht sagen, wie man das am schnellsten unter iOS hin bekommt.
      Lass uns doch gern an Deinen Erfahrungen teilhaben und schreibe kurz, wo es gehakt hat und wie Du es letztlich gelöst hast.

      Beste Grüße
      André

  2. Hallo André,

    sehr gerne!
    Meine DS ist ebenfalls nur im Intranet über eine feste IP erreichbar. Wollte trotzdem das iPhone/iPad mit einbinden, damit alle Geräte auf das Mail-Archiv zugreifen können.

    Ich war mir erst unsicher was bei den „Hostnamen“ für eintreffende bzw. ausgehende Mails angegeben werden muss. Ob einfach die IP der DS oder die IP inkl. Port (und welcher Port es dann wäre). Im Endeffekt hat sich dann rausgestellt, dass man dort in beiden Feldern nur die IP eintragen muss.
    Komischerweise hat das iPhone ewig (so 2-3 min.) gebraucht um die Einstellungen zu „überprüfen“. Danach funktionierte aber Alles wie gewünscht.

    Ich habe an der DS dann nur die Ports für SMTP und IMAP SSL freigegeben in der Hoffnung, dass so nur über eine verschlüsselte Verbindung die Mails ausgetauscht werden. Mir ist bewusst, dass das im Intranet (nicht zwingend) notwendig ist, jedoch wollte ich die Verbindungen von Anfang an nur über verschlüsselte Wege laufen lassen, für den Fall, dass ich doch irgendwann gerne die DS per DDNS verfügbar machen möchte.

    Grüße
    Peter

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